Du bist, was du isst: das einfache 1×1 der Ernährung

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Es ist ein Kreuz mit der Ernährung: Ernährungstipps wohin man nur schaut; manche widersprechen sich sogar und einige sind vielleicht für mich ganz und gar nicht gesund, während sie für jemand anderen wieder genau das Richtige sein mögen. Ist es möglich allgemeine Regeln für eine gesunde Ernährung aufzustellen? Ja, doch. Es geht! Hier ein Versuch:

  • regional und saisonal

Die Natur ist bekanntlich der beste Koch. So sollten wir auch darauf vertrauen, dass uns die gute Mutter Erde zu jeder Jahreszeit auch die richtigen Lebensmittel wachsen lässt. Und genauso ist es auch. Im Sommer wachsen herrliche Salate, Gemüsesorten und Obst. Die meisten von Ihnen haben eine leicht kühlende Wirkung, wenn es im Sommer heiß ist. Im Winter hingegen sollten wir auf die im Keller eingelegten und aufbewahrten Nahrungsmittel zugreifen, diese lang und gut kochen, damit sie viel Wärme schenken, wenn es draußen kalt und nass ist. Das regionale Element ist in der globalisierten Welt, in der wir zu jeder Zeit alles kaufen können, etwas ins Straucheln gekommen und verwirrt so manchen. “Zitrusfrüchte spenden doch wichtige Vitamine im Winter?”, möchte man meinen. Wer aber zu Weihnachten kiloweise Mandarinen, Orangen und co verspeist, kann sicher gehen, dass er seinen Körper und besonders den Darmtrakt auskühlt, die Verdauung langsam und träge wird und irgendwann kalte Füße und Hände ein Dauerzustand werden. Ganz generell gesagt, wachsen in unseren Breitengraden keine Zitrusfrüchte. Lebensmittel mit einem so stark kühlenden Charakter wachsen in Gegenden, wo es das ganz Jahr warm und heiß ist. Und so nebenbei: wir brauchen uns nicht um “genug” Vitamine in unserem Körper zu sorgen, sofern wir uns halbwegs ausgewogen und abwechslungsreich ernähren. Noch nie war unser Speiseplan so vielfältig wie in der heutigen Zeit.

  • Qualität

Wenn Sie sparen wollen, bitte tun Sie das woanders, nicht beim Essen! Kaufen Sie nur das qualitativ beste Essen. Wann immermöglich greifen sie auf möglichst naturbelassene, unbehandelte, pestizidfreie und nicht industriell verarbeitete Nahrungsmittel zurück. Besonders beim Fleisch und Fisch bitte nicht sparen. Besser Sie essen nur einmal in der Woche Fleisch, dann aber das Beste vom Besten. Beschäftigen Sie sich auch damit, welche Inhaltsstoffe in den Lebensmitteln enthalten sind. Sie werden überrascht sein, was man da alles entdeckt und sie werden die Finger von Lebensmitteln lassen, wenn Sie genau erfahren, was da alles mitverarbeitet wird.

  • auf die Wirkung kommt’s drauf an

Etwas Warmes zu essen, tut wahrlich gut. Die viel propagierten warme Frühstück und Konsorten, werden dabei aber nicht immer richtig verstanden. Es kommt nicht unbedingt darauf an, ob die zubereitete Mahlzeit physisch warm ist, sondern viel mehr auf die wärmende oder kühlende Wirkung der Inhaltsstoffe. Was hier jedoch hinzukommt, ist die Individualität jedes einzelnen. Es gibt tatsächlich Menschen, die einen Superofen eingebaut haben: Egal was sie reinschmeißen, es wird verbrannt. Meist sind dies sportliche Menschen, deren Verdauung so einiges verzeiht. Ein guter Hinweis ist die Zunge. Achten Sie mal auf ihre Zunge: gibt es einen weißen dicken Belag auf der Zunge? Ist die Zunge leicht geschwollen und es gibt seitliche Zahnabdrücke? Dann ist vermutlich Kühle im Körper und sie sollten sehr vorsichtig mit Rohkost (jegliches Gemüse oder Obst), Milchprodukten und Zucker sein. Alle diese Komponenten kühlen und/oder befeuchten den Darm zu stark. Ist die Zunge mit einem gelben Belag belegt (und sie haben nicht gerade einen Kaffee getrunken)? Dann scheint ihr System leicht überhitzt. Allgemein kann man aber für unsere Breitengrade sagen, dass im Winter generell die Rohkost auf ein Minimum reduziert werden sollte. Ab Herbst sollten wieder vermehrt Eintöpfe, Suppen etc. am Speiseplan sein. Im Sommer darf es auch etwas roh und frisch sein (aber auch hier bei individueller Empfindlichkeit nicht übertreiben). Und noch etwas: Bevor Sie Ihr mitgebrachtes Essen in der Firma in der Mikro aufwärmen, essen Sie es besser kalt. Nach dem Erwärmungsvorgang in der Mikrowelle, hat das Essen noch genauso viele Nährstoffe wie ein nasses Taschentuch.

  • wie man isst und was man isst

Dass ausgiebiges Kauen wichtig ist, haben wir alle schon mal gehört. Leider lässt es nicht immer mit unserem Terminkalender vereinbaren. Zu schnell, zu hastig, am Computer sitzend und weiterarbeitend, während eines anstrengenden Gesprächs (emotional belastend, sehr negativ, aggressiver Ton…)… das alles sind keine guten Voraussetzungen für eine wohlschmeckende Mahlzeit. Schaffen Sie sich also so gut es geht eine angenehme und entspannte Atmosphäre beim Essen und lassen Sie sich dabei Zeit. Kauen Sie, kauen Sie, kauen Sie, kauen Sie, kauen Sie!

  • wann man was isst

Als guten Start in den Tag sollten Sie ein Frühstück unbedingt einplanen. Sie würden auch nicht mit einem leeren Tank in Ihrem Auto auf eine Reise gehen. Auch das Frühstück sollte Spaß machen und Abwechslung bieten. Von A-Z ist fast alles erlaubt, seien Sie kreativ. Für alle, die meinen, sie haben keinen Hunger in der Früh: das geht mir auch so, wenn ich um 21 Uhr Abend esse. Der Körper stellt sich um, wenn Sie es schaffen, das Abendessen nicht zu spät zu sich zu nehmen (möglichst vor 19 Uhr – wenn Sie z.B. um 23 Uhr ins Bett gehen). Mittags können Sie auch noch richtig zulangen und es stört nicht, wenn da auch noch eine gehörige Portion Kohlenhydrate dabei sind. Keine Sorge, der Tag ist noch lang genug, damit auch diese verbrannt werden können. Abends allerdings sollten die Kohlenhydrate reduziert oder möglichst ganz ausgespart werden. Greifen Sie abends besser zu Proteinen wie Eier, mageres Fleisch oder Fisch und dazu etwas gedünstetes Gemüse. Kohlenhydrate am Abend gegessen können nicht mehr verbraucht werden und werden so vom Körper als Reserve eingelagert. Andererseits braucht der Körper die Proteine um in den Nachtstunden an den Muskeln zu basteln.

  • der Verdauung Pausen geben

Im Idealfall essen Sie 3 Hauptmahlzeiten. Vermeiden Sie Zwischenmahlzeiten und essen Sie sich bei den Hauptmahlzeiten auch richtig satt (nicht vergessen Kauen, Kauen, Kauen, Kauen, Kauen :-)). Unser Darm hat auch noch andere Aufgaben neben dem Aufspalten der Nahrung. Zwischen den drei Hauptmahlzeiten sollten wenigstens 4-5 Stunden liegen, wo Sie nicht essen. Ist der Verdauungprozess nach eine Hauptmahlzeit abgeschlossen, kann sich der Darm endlich auch anderen sehr wichtigen DIngen widmen (Immunsystem, Hormone…). Also geben Sie Ihrem Darm Pausen. Wer seine Verdauung mit Häppchen dauerbeschäftigt, riskiert auch, dass das Essen im Darm gärt und es zu Pilzerkrankungen kommt. Übrigens: Wer nicht wenigstens 1x am Tag (besser sogar 2-3x am Tag) Stuhlgang hat, sollte etwas unternehmen. Es hat sich schon als “normal” herumgesprochen, wenn wir nur 2-3x in der Woche “auf’s Klo” gehen können. Essensreste im Darm werden nach ca. 20 Stunden toxisch und sind nicht gesund und schon gar nicht “normal”.

  • das liebe Süße

Wir können unseren eigenen Körper oft gar nicht mehr verstehen. Süß bedeutet für unseren Körper nicht immer gleich, dass er eine Sachertorte haben will. Getreide ist süß, ein Kürbis ist süß…Aber Hand auf’s Herz: es ist auch in Ordnung mal ein Stück Schokolade zu wollen. Nur, eine Regel ist sehr hilfreich: Wenn Sie nach etwas Süßem verlangen, dann am besten als Nachspeise (nicht als Zwischenmahlzeit) verspeisen. Wer allerdings ständig an Heißhunger leidet, dem seien diese Ernährungsregeln besonders ans Herz gelegt. Und eine schnell Abhilfe gegen Heißhungerattacken bringt grüner Tee.

Ich hoffe, dieses kleine 1×1 hilft Ihnen für Ihre gesunde Ernährung. Interessant in diesem Zusammenhang ist die aktuelle Forschung zur Darm-Hirn Achse. Wir wissen inzwischen, dass der Darm mit unfassbar vielen Nervenzellen ausgestattet ist und somit ein zweites Hirn im Körper darstellt. Inzwischen weiß man auch, dass ca. 90% dieser Nervenzellen Signale zum Hirn und nicht umgekehrt gesendet werden. In diesem Sinne:

Essen Sie sich gesund und glücklich!

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