Myokine: Warum Muskeln und regelmäßige körperliche Bewegung so wichtig sind

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Lange Zeit wurden Muskeln als rein mechanische Sklaven des Bewegungsapparates gesehen, welche die Befehle des Hirns ausführen. Doch neueste Forschungen zeigen, dass Muskeln wesentlich mehr können. Bei jeder körperlichen Betätigung, wird der Kreislauf mit kleinen Botenstoffen überschwemmt. Diese kleine Botenstoffe, die Myokine getauft wurden, wandern in Organe, in die Knochen und geben Zellen Befehle.

Das heißt also, dass Muskeln ständig mit Organen kommunizieren und unseren Organismus beeinflussen. Die dänische Medizinerin Bente Klarlund Pedersen entdeckte als erste diese kleinen Botenstoffe und erkannte somit, dass Muskeln ein sehr wichtiges Stoffwechselorgan sind. Seitdem erlebt die Muskelforschung einen Aufwind. Gemeinsam haben alle diese Botenstoffe, dass sie bei körperlicher Anstrengung in großen Mengen produziert und ausgeschüttet werden. So wurden bis heute bereits über 600 Myokine erforscht. Einige Prominente unter Ihnen sind wahre Wundermittel. Eines ist klar: sie machen gesund und sie bieten auch endlich eine Erkläring, warum Sport wirklich gesund macht und körperliche Bewegung für den Menschen absolut wichtig ist.

Einige wichtige Myokine sind:

  • Interleukin-7, -8 und -15: Diese Botenstoffe geben den Befehl zum Muskelaufbau. Forscher hoffen in Zukunft damit Muskelschwundkrankheiten heilen zu können.
  • Interleukin-6 (IL-6): Dieses Myokin kann Muskeln- und Fettzellen den Auftrag geben, ankommende Fettsäuren aus der Nahrung nicht anzunehmen und lässt somit bei regelmäßigem Sport ungesunde Fettdepots schwinden. Weiters kann dieser Signalstoff Zellen wieder empfänglicher für Insulin machen und hält somit den Blutzuckerspiegel in Balance. Und IL-6 ist ein wichtiger Gegenspieler des Tumor-Nekrose-Faktors (TNF), der bei fast allen entzündlichen Erkrankungen im Spiel ist.
  • IGF-I und FGF-2 regen die Neubildung von Knochen an und verbessern deren Stabilität und Dichte.
  • lrisin wirkt positiv auf den Gesamtenergieverbrauch des Körpers und treibt ebenfalls den Fettstoffwechsel an. Zudem verwandelt lrisin fettspeichernde weiße Fettzellen in braune, fettverbrennende.

Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis diese Signalstoffe tiefgehend erforscht sind, weil deren Zusammenspiel und Wirkungsweise sehr komplex sind. Gar nicht komplex, sondern sehr einfach ist jedoch eines: Körperliche Bewegung und Sport machen gesund.

Viel Spaß also beim produzieren körpereigener Myokine!

Quelle: PM-Magazin, Mai 2014

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