Das Universum ist wie ein Kellner

Das Universum ist wie ein Kellner

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Ob es um den Parkplatz oder den geeigneten Partner geht: Bestellungen beim Universum sind nichts neues, doch irgendwie scheint es nicht immer zu klappen. Obwohl man schon Ratgeber verschlungen hat, wie das mit dem Bestellen nun funktioniert. Man sehnt sich nach Veränderung, doch irgendwie tritt sie nicht ein. Oder nicht so wie wir es gerne hätten. Oft stellen wir uns das Universum und die unsichtbare Welt wie ein elegantes, fast poetisches Himmelsgewölbe vor, voller erleuchtender, weitreichender Momente und von einer übersinnlichen, alles vereinenden Kraft. Und von dieser hätten wir nun gerne, dass es uns besser geht. Dass wir unseren Weg finden. Dass wir glücklich werden. Irgendwann, wenn wir merken, dass das Universum uns wohl nicht gehört hat und wenn das Leben doch nicht nach unseren Vorstellungen läuft, können wir auch ziemlich grantig werden. Vom wunderbaren Kosmos stürzen wir herab und sind beleidigt auf das depperte Universum. Hm. Was läuft da schief?

Um das zu bekommen, was wir vom Universum gerne hätten, müssen wir wohl oder übel zum Boden der Tatsachen zurück. Wenn wir uns in Träumereien und Zukunftsvisionen verlieren, ist es unendlich schwierig im Hier und Jetzt die notwendigen Schritte zu setzen. Wir träumen von der Sachertorte und sitzen weiterhin am Sofa und wundern uns dann, dass nicht auf wundersame Weise der Postbote an der Tür erscheint – das Stück Sachertorte inkl. Schlagobers in der Hand. Dabei haben wir doch genau das beim Universum bestellt! Kein Postbote weit und breit, der Magen knurrt, Frustration macht sich breit.
Das Universum und die geistige Welt sind weitaus nicht so poetisch und hochtrabend wie uns so manches Channeling/Reading/oder was auch immer glauben machen mag. Es ist in Wirklichkeit erstaunlich bodenständig. Statt „Wir grüßen euch und senden strahlendes Licht, doch wir teilen euch mit, seid achtsam auf Euren Wegen, die ihr täglich beschreitet“ sagt das Universum in Wirklichkeit: „Achtung, ein Auto!!“. Der Rest ist dazugedichtet.
Das Universum ist wie ein Beamter, bei dem wir einen Antrag stellen oder noch besser: Ein Kellner. Und das in einem ziemlich vollen Restaurant, sagen wir einem italienischen. Und den Kellner nennen wir Luigi.

Aufstehen

So wie am Beispiel mit der Sachertorte ist es auch ziemlich unwahrscheinlich, dass das Universum einfach mit unserem erfüllten Wunsch an der Tür klingelt. Wir müssen uns schon selbst auf den Weg ins Restaurant machen. Der Kellner klopft ja schließlich auch nicht von selber an, um zu fragen wie es uns geht und ob wir etwas essen möchten.

Ausgleich

Wenn wir in einem Restaurant etwas essen wollen, müssen wir wohl oder übel bereit sein, dafür zu bezahlen. Oder abzuwaschen. Kurzum: Wir müssen bereit sein, auch etwas dafür zu tun. Wenn wir also einen neuen, erfüllenderen Job wollen, wird es eventuell nicht reichen uns zu bewerben, vielleicht müssen wir uns noch Fertigkeiten aneignen oder geeignete Ausbildungen machen? Wenn wir von unserem Partner etwas haben wollen, sollten wir auch bereit sein, das selber zu geben. Auch das Universum will von uns ein Investment sehen, dass wir es auch wirklich ernst meinen. Hilf dir selbst, dann hilft dir das Universum sozusagen.

Klare Informationen

Wenn wir uns vom Universum wünschen, dass es uns besser geht, kann es das durchaus nachempfinden. Aber was soll es denn eigentlich tun? Es ist so, als würden wir zu Luigi, unserem Kellner sagen: „Ich wäre gerne satt!“. Der arme Luigi hat gleichzeitig noch 20 andere Tische zu bedienen und die Speisekarte ist auch ziemlich umfangreich. Was von den gebotenen Möglichkeiten wollen wir denn konkret haben? Viele Leute wissen genau, was sie nicht wollen. Aber was sie eigentlich wollen, das ist oft schwieriger zu formulieren.
Für die Universum-Bedienung hört sich das dann eben so an: Das will ich nicht, das auch nicht, hmm ich weiß auch nicht. Für den Kellner beim Italiener wäre das analog: „Nein, Pizza will ich nicht. Ich will schon was essen, aber was…Salat? Nein, eher nicht. Vielleicht sollte ich lieber Nudeln essen? Aber auf keinen Fall Shrimps, die tun mir nicht gut.“ Bei all dem Herumgetue zischt Luigi zum nächsten Tisch und bedient mal lieber jenen Gast, der ganz genau weiß, was er möchte. Wie froh ist Luigi wenn wir sagen: „Bitte einmal Spaghetti Carbonara und ein kleines Bier!“ Pronto, kommt sofort. Auch das Universum will eine klare Ansage.

Vertrauen

Wer würde allen Ernstes in der Pizzeria beim Abgeben der Bestellung noch nachfragen: „Aber sind Sie sicher dass die Pizza gut ist? Haben Sie nicht schon mal jemanden hier vergiftet? Weiß der Koch was er tut?“ Wenn wir an der Kompetenz zweifeln, geht das dem Kellner auf die Nerven und das Universum nimmt das zwar weitaus gelassener, erledigt aber lieber mal eine weniger misstrauische Bestellung. Dem nervigen Gast wenden wir uns dann erst zu, wenn alles andere abgearbeitet ist und es halt nicht anders geht. Im Falle der Aktenberge, die das Universum abzuarbeiten hat, ist die Wartezeit dann entsprechend hoch.

Dankbarkeit

Wie in der Gastronomie gilt auch beim Universum: Wer höflich und freundlich zur Bedienung ist, wird schneller und netter bedient. Wenn wir unsere Bestellung mit mürrischem Blick und in genervtem Ton mit dem Hinweis „Aber schnell!“ abgeben, dürfen wir uns nicht wundern, wenn etwas schief läuft. Wenn es mal länger dauert hilft es auch nicht, das Universum zu stressen. Es tut was es kann, alles zu seiner Zeit. Wenn wir uns bei der Lieferung von Herzen bedanken und erkenntlich zeigen, merkt sich das nicht nur der Kellner fürs nächste Mal, auch das Universum wird unsere Anträge viel lieber bearbeiten.

 

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