Von Facebook, der Aufmerksamkeit und Energie

Von Facebook, der Aufmerksamkeit und Energie

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Letztens habe ich gehört, dass es als alt und unprofessionell gilt, keinen Facebook-Account zu haben. Ich hatte jahrelang meinen Account gelöscht (das geht) und seitdem nie wieder vermisst. [Update Sept. 2017: Den Facebook-Account habe ich jetzt wieder. Also nur noch alt]

Ich bin ja in solchen wilden Zeiten aufgewachsen, als man noch nicht wusste, wer am anderen Ende der Leitung ist, als das Telefon läutete. War es der Nachbar, den man nicht mochte oder der beste Freund? Was für ein Nervenkitzel! Ein Teil sehnt sich ja ein wenig nach Brieftauben zurück (so einer kotlosen Version am besten), aber ich gebe zu, es wäre ein wenig schwierig die Termine auszumachen über die gefiederten Messenger.

Mir fällt nur immer stärker auf, wie viel Zeit mit dem Starren auf Bildschirme verbraucht wird (ja, ja ich sitze jetzt natürlich auch vor einem Bildschirm, aber nur kurz – ich tippe schnell 😉 ). Wir fühlen uns zwar immer gehetzter, aber einfach irgendwo warten, sich kurz langweilen, sinnlos dasitzen oder aus dem Fenster schauen? Nein, dann doch lieber das Handy zücken…manchmal sogar wenn wir eigentlich beim Essen sind, beim Date, im Gespräch…

Die Energie folgt deiner Aufmerksamkeit
– ein wunderbarer und für mich sehr stimmiger Satz. Es ist unsere Entscheidung, was wir mit unserer Aufmerksamkeit, unserer Energie tun. Wenn wir uns ein glückliches irdisches Leben wünschen, wäre es natürlich naheliegend, die Energie in dieses irdische Leben zu lenken. In den Moment, in das Hier und Jetzt. Zugegeben, besonders bewusst putze ich mir die Zähne ja auch nicht und im Zug versuche ich höchstens so bewusst zu sein, dass ich nicht zum schnarchen anfange. Aber den Rest des Tages gelingt es mir meistens ganz gut!

Wenn wir einen florierenden Facebook-Account haben möchten und ein erfülltes virtuelles Dasein, lenken wir es natürlich am besten direkt ins Internet. Die Frage ist natürlich, ob die social networks nicht nur Verbindungsnetze, sondern einfach auch wunderbare Ablenkungsmanöver von uns selbst sind, vor diesen seltsamen Gefühlen, die da vielleicht irgendwo schlummern. Da ist es manchmal einfacher irgendwo in den Kopf oder noch besser ganz in die virtuelle Welt abzuzischen.

So sieht das Banksy.
So sieht das Banksy.

In einer Zeit, wo das mit der Zeit eben so eine Sache ist, finde ich es aber besonders wichtig, mal offline zu sein, mal nicht erreichbar zu sein und einfach mal den Akku aus Phone, Pad usw. rauszunehmen, um die inneren Batterien aufzuladen. Vielleicht ist das Leben dann nämlich gar nicht so schnell, wie es uns vorkommt.

Um mich klar auszudrücken: Ich mag das Internet! Schließlich habe ich professionelles Internet-Surfen studiert, wenn man es genau nimmt. Und man kann in Sekundenschnelle etwas recherchieren und Antworten auf viele Fragen finden. Aber eben nicht auf die wichtigsten.

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